Südfrankreich - Cevennen Tag 2
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Tourdaten
Regionen
[Frankreich] Cevennen, Ardèche, Lozère, Gard, Hérault
Land
Frankreich
Länge -
Tour-Beschreibung
Tag 2 (Dienstag, 18.09.)
Nach einem fantastischen deutsch-französischen Frühstück, brachen wir um 9:00 Uhr bei warmen 16°C zu unserer ersten „richtigen“ Tour durch die Cevennen auf.
Nach wenigen Kilometern machten wir dann das erste Mal Bekanntschaft mit teilweise doch sehr schmalen französischen Straßen. Was nach wenigen Kilometern noch riesig Spaß machte, wurde dann doch sehr anstrengend und schon bald sehnten wir uns nach breiten und gut ausgebauten Straßen. Diese breiten und gut ausgebauten Straßen sollten wir jedoch erst nach ca. 90 Km, kurz vor Ganges erreichen. Bis dahin „kämpften“ wir uns langsam mit unseren Motorrädern durchs französische Zentralmassiv.
Während der Kilometerstand stätig stieg, waren die Tanknadeln unser Motorräder um die Mittagszeit fast auf dem Tiefpunkt angekommen. Also ran an die nächste Tankstelle und tanken. Was sich so leicht sagt, ist in den Cevennen gar nicht so einfach. Da die Cevennen nur sehr dünn besiedelt sind findet man nur in den größeren Orten, die auch schon mal 30-50 Km auseinander liegen können, eine Tankstelle. Dazu kommt noch das die meisten kleinen Tankstellen in den Orten zugemacht haben, da sie nicht mit den niedrigen Preisen der Supermarkt-Tankstellen (Super-U) mithalten können. In dem Ort Lasalle wurden wir fündig. Ich hatte den Seitenständer meines Mopeds noch gar nicht ganz ausgeklappt, da stand auch schon ein sehr netter und hilfsbereiter französischer Tankwart neben mir und tankte unsere Motorräder voll.
Da wir nun wieder genügend Sprit an Bord hatten, meinte das Navi anscheinend eine Ehrenrunde zu drehen. Sicher die Gegend ist traumhaft aber im Kreis wollten wir deswegen nicht fahren.
Kurz vor Ganges wurden die Straßen breiter und wir näherten uns unserem ersten und einzigen Reiseziel für diesen Tag - die Grotte des Demoiselles.
Am Südabfall der Cevennen, kurz hinter Ganges bildet das Thaurac-Massif den Rahmen für die Grotte des Demoiselles.
Die im Jahre 1770 entdeckte und 1883 von Edouard Alfred Martel erforschte Karsthöhle, ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region.
Über einen Schrägaufzug, welcher bei einer maximalen Steigung von 36° eine Strecke von 160 Meter zurücklegt, gelangt man ins Innere der Höhle. Während der Religionskriege, fanden in der Grotte Ordensanhänger aller Art sicheren Schutz. Ihr Name beruht auf der Legende wonach früher Feen (Demoiselles) die Höhle bewohnt haben sollen.
Wir trafen gegen 13:00 Uhr bei der Grotte ein. Da die nächste Führung erst eine halbe Stunde später beginnen sollte, warfen wir erst einmal einen Blick in den Souvenir-Shop und der sich direkt neben dem Eingang zur Grotte befindet. Dann ging es los. Nachdem ich unsere Tickets (9,50€ pro Person) und zwei Audioguides (1,50€ pro Person + Personalausweis/Führerschein als Pfand) erworben hatte, ging es mit dem Schrägaufzug ins Innere der Grotte, wo es bereits auf halber Höhe die Rekonstruktion eines Höhlenbärens zu bestaunen gibt.
Oben angekommen, durchliefen wir mehrere kleine Säle die alle eine eigene, spannende Gesichte haben. Im nächsten, schon viel größeren Saal konnten wir neben den Stalagmiten und Stalagtiten auch den eigentlichen Eingang der Grotte bestaunen. Durch den natürlichen Zugang der Grotte, hoch über unseren Köpfen fiel das Sonnenlicht in diesen Saal ein und sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre. Doch das war noch gar nichts im Vergleich zu dem was nun folgen sollte.
Nun betraten wir den „Hauptsaal“ der Grotte, die Kathedrale. Alleine schon die Dimension dieses Saales und die grandiose Aussicht raubten uns den Atem. In dem 120 Meter langen, 80 Meter breiten und 52 Meter hohen Saal, finden jedes Jahr verschiedene Kulturveranstaltungen statt. Aber nicht nur die Ausmaße sind beeindruckend, auch die Dinge die man in den verschiedenen Gesteinsformen entdecken kann. So braucht man nicht viel Fantasie um neben einigen Tieren (Löwe, Elefant) auch eine Orgel und die Jungfrau Maria mit ihrem Kind zu erkennen. Absolut beeindruckend :nod: . Über zahllose Treppenstufen und Aussichtsplattformen gelangten wir nun auf den Boden der Kathedrale von wo aus alles noch gigantischer aussah. Den Schlusspunkt der 1 ½ stündigen Führung bildete der Musiksaal. Nach einer kurzen Musikeinlage unseres sehr sympathischen Höhlenführers, verließen wir die Grotte wieder mit dem Schrägaufzug.
Wir können die Besichtigung der Grotte nur empfehlen. Was man hier in 1 ½ Stunden für 9,50€ zusehen bekommt, ist echt jeden Cent wert. Was man jedoch nicht vergessen sollte ist warme Kleidung einzupacken, da es in der Höhle nur 14°C sind. Was ich sehr positiv fand, war das sich unser Höhlenführer zu Beginn erkundigt hat ob er die Führung zweisprachig machen soll. So hat er immer erst alles auf Englisch und später auf Französisch erklärt. Wer des englischen mächtig ist, kann sich den Audioguide eigentlich sparen, da die Erklärungen sehr verständlich und bildhaft rübergebracht werden. Während der Führung legt man über 500 Treppenstufen zurück 80.
Wieder draußen war es wieder angenehm warm (28°C), also nix wie rauf auf die Mopeds und Gas geben! Auf der gut ausgebauten Straße und entlang des Flusses Hérault ging es zurück nach Ganges und von dort über kleine Straßen nach Le Vigan weiter. Da es schon später Nachmittag war und wir ziemlich erschöpft waren, entschlossen wir uns die Tour abzukürzen. Das ging hier bei Le Vigan ausgezeichnet. So mussten wir nur weiter Richtung Norden fahren um wieder auf unsere Route zu kommen und sparten uns so den 80Km langen Bogen durch den Südwesten der Cevennen.
Gegen 17.00 Uhr waren wir wieder bei unserer Unterkunft und ließen dort den Tag in Ruhe ausklingen. Wir wollten ja schließlich fit für den morgigen Tag sein, der neben 350Km auch einige Sehenswürdigkeiten bereithielt. Dass dieser Tag jedoch ganz anders als geplant verlaufen sollte wussten wir zum Glück noch nicht. Aber dazu mehr im nächsten Teil!
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