Südfrankreich - Cevennen Tag 3
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Tourdaten
Regionen
[Frankreich] Cevennen, Ardèche, Lozère, Gard, Hérault
Land
Frankreich
Länge -
Tour-Beschreibung
Tag 3 (Mittwoch, 19.09.)
Heute stand der aufregendste, aber auch anstrengendste Tag des Urlaubs bevor. 300 Km und vier Sehenswürdigkeiten standen heute auf unserem Programm. Entsprechend gestärkt, starteten wir unsere Tour um 9:00 Uhr bei frischen 12°C.
Auf breit ausgebauten Straßen ging es durch tolle Kurven hoch hinaus. Wir fuhren Richtung Mont Aigoual, der mit 1567 Metern, 2. höchsten Erhebung der Cevennen. Mit jedem Meter den wir an Höhe zu legten wurde es kälter. Fast ganz oben angekommen, zeigte der Bordcomputer magere 8°C an und nun gesellte sich auch noch leichter Nebel dazu. Kurz vor Saint Sauveur Camprieu bogen wir nach links, in eine schmale und unebene Straße ein die uns wieder ins Tal führte. Zwar war die Qualität der Straße miserabel, die Aussichten links und rechts der Straße jedoch traumhaft. So passierte es nicht selten, dass ich den Bremspunkt der nächsten Kurve ein ums andere Mal verpasste weil ich mich von diesen wunderschönen Aussichten ablenken ließ. Die Aussage unserer Gastgeber „Man muss jede Strecke hier 2x fahren, da man sich meistens sehr auf den Verlauf Straße konzentrieren muss und so nicht viel von den landschaftlichen Höhepunkten mitbekommt“ stimmte also voll und ganz. Deshalb machten wir unterwegs immer wieder kleine Pausen um die Schönheit dieser Gegend auf uns wirken zu lassen.
Kurz bevor wir Trèves erreichten kam nun auch endlich die Sonne durch und es wurde merklich wärmer (14°C). Durch das Tal des Trèvezel und entlang des gleichnamigen Flusses, schlängelten wir uns unserem ersten Tagesziel entgegen - der mit 2460 Metern längsten Schrägseilbrücke der Welt, das Viaduc de Millau.
Schon kurz vor Millau konnten wir diese gigantische, 270 Meter hohe Brücke, die das Tal des Tarn überspannt, sehen. Ein atemberaubender Anblick! Je näher wir der, im Dezember 2004 eingeweihten Brücke kamen, desto beeindruckender war der Anblick selbiger.
Doch bevor wir das Besucher-Zentrum der Brücke erreichten mussten wir erst mal durch Millau hindurch. Ab hier ist das Besucher-Zentrum ausgeschildert und leicht zu finden.
Am Besucher-Zentrum, genau unterhalb der Brücke angekommen, betrachteten wir das Viaduc de Millau nun aus nächster Nähe. Im Besucher-Zentrum selber gibt es neben einem französischen Film, der den Bau der Brücke dokumentiert, zwei sehr detaillierte Modelle der Brücke, eine Infotafel und viele Souvenirs zu sehen bzw. zu erwerben. Besonders beim Blick auf die Infotafel wird klar wie riesig, diese 400 Millionen Euro teure Brücke wirklich ist. So würden selbst der Schiefe Turm von Pisa, der Londoner Big Ben, die Freiheitsstatue von New York oder auch die Akropolis aus Athen spielend Platz unter dieser Brücke finden. Außerdem werden auch Führungen in der Nähe der Brücke angeboten. Wie lange diese dauern und wie viel so etwas kostet weiß ich leider nicht. Da wir uns die Brücke eigentlich nur aus der Ferne ansehen wollten und es schon früher Nachmittag war, mussten wir den Besuch des Naturparks „Chaos de Montpellier le vieux“ von unserer Tagesliste streichen.
Also fuhren wir vom Viaduc über tolle Straße Richtung Le Rozier, dem Ort der den Beginn der 35 Kilometer langen Tarnschlucht (Gorges du Tarn) bildet. Kurz bevor wir in die Tarnschlucht abbogen, schaute ich noch einmal auf das Navi und informierte mich wie weit die nächstgelegenen Tankstellen weg sind, da ich nur noch 80 Km Restreichweite hatte und bald tanken musste. Da Florac nur noch 50 Km entfernt war sollte uns das jedoch keine Probleme bereiten. Als nix wie rein in die Tarnschlucht, welche ihrem Namen den Fluss Tarn verdankt. Alles war noch viel größer und schöner als wir es uns vorgestellt hatten. Wo man sich sonst über langsam fahrende Wohnmobile aufregt und sie verflucht, fuhren wir hier einfach hinter ihnen her und genossen die wunderschöne Landschaft. Auf der gesamten Strecke durch die Tarnschlucht verspürt man nie das Gefühl schneller als 60 Km/h fahren zu müssen. Entlang der 400-500 Meter tiefen Tarnschlucht laden immer wieder traumhafte Aussichtspunkte zum Verweilen ein. Hier kann man wunderbar abschalten und für einen Moment mal den hektischen Alltag vergessen. Zwei dieser tollen Aussichtspunkte sind Les Detroits und das Örtchen Saint Chèly du Tarn, wo man tolle Fotos machen kann. Von Les Detroits aus gibt es auch die Möglichkeit die Tarnschlucht mit dem Boot zu erkunden.
Weiter ging es durch die für die Tarnschlucht typischen Felstunnel weiter Richtung Sainte Enimie, dem Ende der Tarnschlucht. Zwar hört in Sainte Enimie die Tarnschlucht auf, die Landschaft verliert jedoch nichts von ihrem Reiz. Über tolle Straßen und geniale Kurven näherten wir uns Florac.
Kurz vor Florac steuerte wir dann die Tankstelle an und mussten feststellen das man hier nur mit Kreditkarte bezahlen konnte, was nicht schlimm gewesen wäre wenn der Automat unsere Kreditkarte angenommen hätte. Also weiter nach Florac, wo der Automat unsere Kreditkarte annahm und wir endlich tanken konnten. Wie schön es hier auch war und wie toll man hier Motorrad fahren konnte, das umständliche Tanken nervte mich ganz schön! Zurück auf der Route verließen wir die N106 Richtung Osten um knapp 40 Kilometer kurz hinter Florac wieder auf der N106 zu landen. Was in der Tarnschlucht kein Problem war nervte auf diesem Stück der Route doch ein wenig und so überholten wir das langsam fahrende Wohnmobil und wedelten zügig durch die tollen kurven und die wunderschöne Landschaft.
Kurz hinter Florac näherten wir uns nun langsam unserem letzten Tagesziel, dem Felschaos von Nimes le vieux. Bis es jedoch soweit war schlängelten wir uns auf den nun wieder schmaler werdenden Straßen durch das französische Zentralmassiv. Bei unserer Ankunft am Felschaos erwartete uns ein beeindruckender Anblick. Aus der Ferne betrachtet sah dieses Felsengewirr aus wie eine kleine verlassene Stadt. Da es hier oben auf rund 1100 Meter Höhe schon sehr frisch war (10°C) und ein starker Wind wehte entschlossen wir uns das Felschaos nur aus der Ferne zu betrachten und uns nicht auf den beschilderten und 4,5 Km langen Rundwanderweg durch die Felsen zu machen. Also genossen wir noch einige Minuten diesen tollen Anblick und machten uns auf die letzten knapp 60 Km zurückzulegen.
Doch nur 10 Km später hielten wir bereits wieder. Der Hinterreifen vom Motorrad meines Vaters war platt. Na toll, als wenn ich nicht schon von diesen sch… Tankstellen genug genervt wäre muss nun auch noch so was passieren. Ich versuchte bei unserer Unterkunft anzurufen doch ich bekam keine Verbindung. Die Stimmung bei mir sank auf den Tiefpunkt und ehe wir noch mehr Zeit verlieren würden, schwang ich mich aufs Moped und fuhr runter zu unserer Unterkunft die von hier aus auf direktem Weg noch ca. 40 Km entfernt war. Wo man bei uns vielleicht 30 Minuten für 40 Km braucht, brauchte ich hier 45 Minuten. Unten im Tal angekommen war es doch mit 20°C noch angenehm warm. Nachdem ich Uwe von unserer Panne berichtet hatte, gab er mir zwei Dosen Reifenpannen-Spray und ich machte mich wieder auf den Weg nach oben. Falls es nicht klappen sollte, sollte ich mich telefonisch melden. Oben angekommen stand die Sonne bereits sehr tief was die letzten Kilometer zu einem Blindflug machten.
Wir sprühten nun den Schaum in den Reifen und hofften dass es klappen würde. Nach drei erfolglosen Versuchen, rief ich bei Uwe an (diesmal funktionierte es auf Anhieb) und schilderte ihm die Situation. „Wir bauen jetzt die Sitze aus dem T5 aus und sind in einer Stunde bei euch“, war die Antwort von Uwe. Mittlerweile war es nach 20:00 Uhr die Sonne war nun untergegangen und es wurde noch kälter. Eine Stunde später trafen dann Uwe und Sabine bei uns ein und wir hofften dass die Maschine in den T5 passt. Sie passte und so ging es um kurz nach 21:00 Uhr bei 4°C und schneidendem Wind wieder runter ins Tal. Spitzkehren im Dunkeln bei so niedrigen Außentemperaturen machen jedoch nicht wirklich Spaß und so war ich froh als wir eine dreiviertel Stunde später wieder bei der Unterkunft ankamen.
Nun hatten wir das Motorrad zumindest schon einmal bei der Unterkunft und konnten uns am nächsten Tag nun voll und ganz dem Thema „neuer Reifen“ widmen.
Hundemüde und total kaputt viel ich in Bett, verständlich bei 406 Tageskilometern durchs kurvige Gebirge.
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