Südfrankreich - Cevennen Tag 5+6
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Tourdaten
Regionen
[Frankreich] Cevennen, Ardèche, Lozère, Gard, Hérault
Land
Frankreich
Länge -
Tour-Beschreibung
Tag 5 (Freitag, 21.09.)
Gerade heute bei unserer letzten Tour durchs französische Zentralmassiv, ließ uns das Wetter doch ein bisschen im Stich. 10 Grad und Nieselregen, da konnte einem glatt die Lust am Motorradfahren vergehen. Laut Wetterbericht sollte es aber gegen Mittag schon wieder schön werden und so brachen guter Hoffnung zu unserer Tour auf.
Bereits nach Zehn Kilometern gesellte sich zum Nieselregen nun auch noch Nebel dazu. Je höher uns unser Weg über schmale Straßen ins Gebirge führte, desto kälter wurde es auch. Bei nun 8°C, Nieselregen, Nebel und jede Menge Kieselsteine auf der Straße, machte das alles nun garkeinen Spaß mehr und ich war kurz davor die Tour abzubrechen. Wäre da nicht dieser Optimist in mir, hätte ich dies auch sicher getan aber ich bildete mir krampfhaft ein dass das Wetter nach jeder nächsten Kurve bestimmt besser werden würde. Dem war natürlich nicht so, also schlichen wir mit max. 50 Km/h frierend durchs Gebirge. Je weiter wir fuhren, desto ungemütlicher wurde es. Die Landschaft wirkte hier doch recht trostlos, da war die Kuh die auf der Straße stand und uns den Weg versperrte schon das aufregendste.
Auf dem Weg zum Mont Aigoual machten wir eine kleine Pause vor dem Ort Dourbies. Hier hat man einen wunderbaren Blick auf dem Trevezel, dem Nebenfluss der Dourbie.
Bei strahlendem Sonnenschein ging es weiter Richtung Mont Aigoual, der zweithöchsten Erhebung der Cevennen nach dem Mont Lozère. Bei gutem Wetter soll man von hier aus, von den Alpen bis zu den Pyrenäen sehen können. Kurz vor L’Espèrou tauchten wir dann jedoch in eine dichte Nebelwand ein, aus der wir so schnell nicht wieder herauskommen sollten. Die Sichtweite lag bei unter 5 Metern, dem entsprechend langsam fuhren wir auf die Spitze des Mont Aigoual’s. Oben am Gipfel angekommen wehte zusätzlich noch ein scharfer Wind bei gerade einmal 4°C - einfach nur ungemütlich. Die schöne Aussicht auf die Alpen und die Pyrenäen blieb uns also leider verwehrt. In diesem Moment waren wir jedoch froh wenigstens noch die sprichwörtliche Hand vor Augen sehen konnten. Im Blindflug ging es nun wieder in tiefere Ebenen. Schnell verzog sich der Nebel und es wurde etwas wärmer. Wir passierten die Stelle an der wir zwei Tage zuvor noch frierend auf die Hilfe von Uwe und Sabine warteten. Von hier an ließ uns das Wetter nicht mehr im Stich. Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel durchfuhren wir traumhafte Landschaften und genossen die traumhafte Vielfalt der verschiedensten Kurven.
Kurz hinter Meyrueis erreichten wir dann gegen 14:00 Uhr die Tropfsteinhöhle Aven Armand. Die 1897, von Louis Armand entdeckte Höhle ist seit dem Jahr 1927 für Touristen geöffnet. Am Eingang zur Höhle befindet sich ein Besucherzentrum wo es neben allerlei Souvenirs und beeindruckenden Abbildungen auch einen Informationsfilm über die Höhle zu sehen gibt. Direkt neben dem Besucherzentrum befindet sich zudem auch ein Cafe. Nachdem wir unsere Tickets gekauft hatten, warteten wir gespannt auf den Beginn der Führung.
Fuhren wir bei der Grottes des Demoiselles noch mit der Seilbahn nach oben, ging es in dieser Höhle 60 Meter per Seilbahn in die Tiefe. Nach wenigen Minuten erreichten wir das Innere, der vor über 4 Millionen Jahren entstandenen Höhle. Die Führung fand ausschließlich auf Französisch statt, was jedoch nicht weiter tragisch ist, denn es gibt eine kostenlose, deutsche Infobroschüre. Aven Armand besteht im Gegensatz zur Grotte des Demoiselles nur aus einem Saal welcher 110 Meter lang und 60 Meter breit ist. Als wir diesen Saal nun betraten war es anfangs sehr dunkel, doch nach kurzer Zeit wurde die Grotte hell erleuchtet und wir trauten unseren Augen kaum. Vom höchsten Punkt des Saales konnten wir nun die ca. 400 Stalagmiten bewundern. Ein atemberaubender Anblick. Über viele Treppenstufen gelangten wir nun immer tiefer in die Höhle und schon bald glaubten wir, wir würden durch einen Wald gehen. Nur das diese Bäume nicht aus Holz, sondern aus Stein waren. Der größte dieser Stalagmiten ist ca. 30 Meter hoch und ist einer der größten Stalagmiten der Welt. Vorbei an einem 90 Meter tiefen, von Geröll verschütteten Abgrund ging es nun wieder Richtung Seilbahn. Die Besichtigung der Höhle ist mit den 9,45€ pro Person sicher nicht ganz günstig, man bekommt für das Geld aber eine ganze Menge geboten. Ein Besuch lohnt sich finde ich auf jeden Fall, auch wenn die Führung lediglich 45 Minuten dauert. Wie heißt es in der Infobroschüre so schön „Ich bin wie aus einem Traum wieder herausgekommen“. Dieser Spruch stimmt voll und ganz.
Mittlerweile war es fast halb Vier und wir hatten erst etwas über die Hälfte der Tour gefahren, also rauf auf die Motorräder und weiter ging es. Nach wenigen Kilometern bogen wir, im Ort Hures la Parade, links ab und nahmen Kurs auf Le Rozier. Diese Strecke ist ein Traum für jeden Motorradfahrer, traumhafte Kurven und wunderschöne Landschaften. Leider wollte bei uns nicht so wirklich Fahrspaß aufkommen, da die komplette Straße mit Rollsplitt förmlich ertränkt wurde. In Le Rozier angekommen stellten wir uns die Frage ob wir statt der eigentlichen Route nicht lieber wieder die Tarnschlucht fahren sollten, da diese Strecke kürzer wäre und uns langsam die Zeit davon lief. Wir entschieden uns der vorgegebenen Route weiter zu folgen und sollten mit dieser Entscheidung goldrichtig liegen. Was nun folgen sollte waren die schönsten 80 Kilometer meines Lebens. Über perfekt ausgebaute Straßen flogen wir von Kurve zu Kurve. Von Le Rozier bis Florac kamen uns auf dieser tollen Strecke gerade einmal zwei Autos entgegen. Das einzige was uns aufhielt waren zwei Pferde die es sich auf der Fahrbahn gemütlich gemacht hatten. Als wir Florac erreichten war es schon kurz vor 19:00 Uhr und wir hatten noch etwas über 50 Kilometer vor uns. Kurze Zeit später begann es wieder zu regnen. Das sollte uns nun jedoch nicht mehr stören da wir kurz vor Valleraugue waren. Jetzt wurde es aber höchste Zeit fürs Abendessen. In Valleraugue angekommen, hatte es nun schon wieder aufgehört zu regnen, sodass wir unser Abendessen unter freiem Himmel bei angenehmen 18°C genießen konnten.
Nach exakt 345 Tageskilometern kamen wir wieder bei unserer Unterkunft an. Den Rest des Abends verbrachten wir damit unsere Sachen zu packen, damit wir am nächsten Morgen so wenig Zeit wie möglich verlieren.


Tag 6 (Samstag, 22.09.)
Der sechste und damit letzte Tag unseres Frankreich-Abenteuers stand an. Ein letztes Mal genossen wir das wunderbare Frühstück bei Sabine und Uwe.
Schon am Vorabend war ich etwas in Sorge, ob wir den Zug auch rechtzeitig erreichen würden, denn der Zug fuhr schon um 13:25 Uhr ab. Wenn wir also um 9:00 Uhr starten würden, hätten wir knappe 4,5 Stunden Zeit, auf der Hinfahrt benötigten wir für die Strecke jedoch gute 5 Stunden (mit Pausen).
Wenn wir die ca. 180 Km also ohne Pause fahren würden, sollte es klappen und so packten wir unsere Sachen, verabschiedeten uns von unseren beiden hervorragenden Gastgebern und brachen bei gutem Wetter auf.
Sicher hätten wir auch einfach etwas früher losfahren können, dann hätten wir jedoch auf das wunderbare Frühstück verzichten müssen, was aber gar nicht infrage kam ;-)
Auf den ersten Kilometern kamen wir, aufgrund der vielen Kurven nur sehr langsam voran und so verschob sich die vom Navi angegebene Ankunftszeit immer weiter nach hinten, ehe sie bei 13:15 Uhr angekommen war.
Schwer bepackt war das Fahren im Gebirge nicht mehr ganz so schön. Der Regen und die nassen Straßen kurz hinter Le Vigan, hoben die Stimmung auch nicht gerade an. Nachdem wir Montdardier passiert hatten und nun tiefere Ebenen erreichten, besserte sich das Wetter schlagartig. Endlich kam die Sonne raus und auch das Thermometer stieg nun eifrig an, ehe es bei knappen 20°C Grad stehen blieb.
Da wir durch den Regen und die vielen Kurven, nur langsam vorangekommen waren, galt es nun Zeit aufzuholen. Doch das hätte sich kurz hinter Lodève beinahe gerecht. Als ich eine Linkskurve doch etwas zu schnell angefahren war, rutschte mir plötzlich das Vorderrad weg. Ich konnte das Motorrad jedoch gerade noch abfangen und so kam es nicht zum Sturz. Glück gehabt. Wenn ich vorher noch nicht ganz wach war, war ich es spätestens jetzt. Kurze Zeit später ging es dann wieder über schmale Straßen weiter. Leider war diese Strecke sehr schmutzig und in allen Kurven lagen Kieselsteine, sodass mir noch zweimal das Hinterrad leicht wegrutschte. Spätestens jetzt beschloss ich es doch ein wenig ruhiger anzugehen und nahm ein bisschen Geschwindigkeit raus.
Kurz vor 13:00 Uhr waren wir nun 10 Km vor Narbonne, also voll im Zeitplan und so hielten wir bei dem Lidl wo wir schon auf dem Hinweg eingekauft hatten.
Nachdem wir das nötigste für die Zugfahrt eingekauft hatten, ging es weiter Richtung Verladebahnhof wo schon einige Motorradfahrer warteten.
Wenige Minuten später kam nun schon ein deutscher Bahnmitarbeiter und erklärte uns wie es weitergehen sollte und so dauerte es nicht lange und wir konnten unsere Motorräder auf die Wagons fahren. Nach einem kleinen Fußmarsch erreichten wir dann den Shuttlebus der uns zum Bahnhof brachte. Da der Zug jedoch erst um 16:20 Uhr abfuhr, durften wir nun erst einmal 2,5 Stunden warten.
Gegen 16:00 Uhr stand der Zug dann endlich bereit. Wir brachten unsere Sachen ins Abteil und richteten uns ein.
Über Montpellier, Nimes, Avignon und Lyon fuhren wir in die Nacht.
Der nächste Morgen begann nach einer kurzen Nacht mit dem zweckmäßigen DB-Frühstück.
Bereits kurz vor 15:00 Uhr erreichten wir Hamburg-Altona. Nach langem Warten auf unsere Motorräder ging es um kurz nach 16:00 Uhr Richtung Heimat, welche wir eine Stunde später gut gelaunt und heile erreichten.


Fazit
DB-Autozug
Die Buchung des Autozuges ist sehr einfach und geht sehr schnell. Bucht man jedoch telefonisch, sollte man viel Geduld haben, denn es ist ziemlich schwierig jemanden ans Telefon zu bekommen.
Die Fahrt mit dem Autozug selber, verlief problemlos. Sowohl das Verladen der Fahrzeuge, also auch der Service im Zug funktionierte sehr gut.
Reist man mit einer Gruppe Motorradfahrer, sollte man sich höchstens mit drei oder vier Personen ein Abteil teilen, da es sonst viel zu eng wird.
Wer einen unruhigen Schlaf hat, wird nicht sehr viel schlafen können, da es während der Fahrt teilweise etwas wackelig ist und die Schlafplätze nur zweckmäßig sind. Die sanitären Einrichtungen reichen gerade einmal dafür sich das Gesicht zu waschen.
Der Autozug ist eine gute Möglichkeit für alle, die auch im Urlaub nicht auf ihr Fahrzeug verzichten möchten.
Die Unterkunft
Selten haben wir so warmherzige Gastgeber erlebt als Sabine und Uwe. Seit 2007 betreiben die beiden das Gästehaus „La Grenouille“ im Süden Frankreichs.
Alle Zimmer sind sehr sauber, mit TV (deutsche Sender) ausgestattet und verfügen über ein eigenes Bad. Zudem sind alle Zimmer mit kostenfreien WLAN ausgestattet.
Das Frühstück und das Abendessen (auf Wunsch) verdienen das Prädikat „Extraklasse“.
Auch in höchster Not kann man sich auf die beiden voll und ganz verlassen.
Wir können die Unterkunft jedem, der mal in der Nähe ist, nur wärmstens empfehlen.

Die Cevennen
Die Cevennen sind landschaftlich wunderschön und kulturell ein absolutes Glanzlicht! Besonders die Gegend rund um die Tarnschlucht ist atemberaubend schön. Für Motorradfahrer die in den Cevennen unterwegs sind, ist die Corniche des Cèvennes von Florac bis Saint Jean du Gard, ein absolutes Muss.
Für die tollen Sehenswürdigkeiten der Cevennen sollte man nicht zu wenig Zeit einplanen, die Zeit läuft einem schnell davon.
Auch ein Ausflug nach Montpellier oder Nimes ist bestimmt lohnenswert.
Die Menschen in dieser Region sind sehr freundlich und hilfsbereit, sodass wir uns zu jeder Zeit und überall gut aufgehoben fühlten.
Ein weiterer Besuch dieser tollen Gegend ist also keinesfalls ausgeschlossen!
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